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Was ich euch sagen wollte…

Liebe Mama, lieber Papa,

ich möchte euch heute etwas sagen. Einfach so. Nicht weil heute Muttertag ist, Weihnachten oder weil einer von euch Geburtstag hat. Etwas, dass im Alltag so oft vergessen wird, aber so wichtig ist. Ich liebe euch. Und ich liebe euch noch mehr seid ich Mutter bin…

Erst jetzt kann ich annähernd verstehen was ihr geleistet habt – früher hab ich vieles als “falsch” empfunden oder konnte eure Meinung zu bestimmten Dingen nicht verstehen. Meine Güte hat mich eure Regel: “Eine-Stunde-PC-am-Tag” genervt – nein, sie hat mich angekotzt und zwar so richtig. Mich hat genervt das ich um 18 Uhr zuhause sein sollte, weil ihr gemeinsam Abendessen wolltet. Ihr wolltet nicht das die Spielsachen im ganzen Haus verteilt werden, dafür aber das jeder von uns seinen Teller selbst in die Spülmaschine räumt. Diese “endlosen” Frühstücks-Orgien am Samstagmorgen und der anschließenden Aufgabenverteilung im Haushalt. Mir würden noch ein paar Dinge einfallen, aber eigentlich ist es auch egal. Denn heute hat sich mein Blick auf diese Dinge verändert. Soll ich euch was sagen? Nein, eigentlich muss ich das gar nicht, denn ihr wisst es bereits.

Heute, mach ich es in vielen Dingen genauso. Ich lege Wert auf die gleichen Dinge. Auch bei uns gibt es eine Beschränkung auf den Fernsehkonsum. Ich werde wutig auf meinen Mann, wenn er es zum wiederholten Male nicht schafft zuhause zu sein, wenn die Kinder und ich zu Abendessen. Ich bin mir sicher, dass es, wenn meinen beiden Jungs alt genug sind die gleiche “Regel” geben wird. Nicht um sie zu ärgern, wie man das wohl als Kind annimmt, sondern nur um zumindest eine gemeinsame Mahlzeit zu haben, bei der alle Familienmitglieder zusammen kommen, sich vom Tag erzählen, ihre Freude und ihren Balast loswerden können. Eine Mahlzeit die so viel mehr ist, als nur eine Regel die Eltern aufstellen. Eine Mahlzeit die für mich heute Liebe, Geborgenheit, Wärme, Offenheit und Schutz bedeutet. Warum musste ich erst selbst Mama werden um das zu verstehen?

Auch meine Kinder, eure Enkel, werden im Haushalt ihre Aufgaben finden. Auch der Räuber, der noch nicht mal 3 Jahre alt ist, deckt mit mir gemeinsam den Tisch und räumt seinen Teller in die Spülmaschine. Nicht weil ich ihn ärgern will, sondern weil ihr mir mit eurer Erziehung gezeigt habt, wie wichtig es ist, Kinder langsam und altersgerecht in Aufgaben einzubeziehen.

Heute sehe ich alles mit ganz anderen Augen. Ich sehe euch nicht mehr als Eltern die mich in der Pubertät so gestört und wahnsinnig gemacht haben. Ich sehe euch nicht mehr als die nörgelnden Spaßverderber. Ich sehe euch heute als liebevolle und geduldige Großeltern, mit so vielen Ideen, mit so viel Spaß und Humor und so viel Zuneigung die ihr der Familie entgegen bringt. Warum musste ich erst selbst Mama werden um das zu sehen? Dabei wart ihr noch nie wirklich anders.

Ihr habt uns Kindern schon immer gezeigt wie sehr ihr uns liebt, ihr habt uns in die Arme genommen und getröstet. Dabei war es egal ob wir in euren Armen liegen weil wir uns die Knie aufgeschlagen oder weil schlimmen Liebeskummer hatten. Ihr wart immer da. Bedingungslos.

Ihr habt einen wundervollen Frühsückstisch für uns vorbereitet, mit Obst, frischen Brötchen, Müsli, Kakao – und das jeden Morgen, weil ihr wolltet das wir uns vor der Schule stärken. Ihr habt liebevoll unsere Brotzeitboxen gefüllt und sie uns manchmal sogar hinterher gefahren. Genauso wie Turnbeutel, Kunstmappen, Hefte oder sonstigen Kram. Ihr habt diverse Launen ertragen genauso wie Kissenschlachten im Bett, dreckige Schuhe, Launen über angeblich nix zum Anziehen oder das falsche Essen – und dabei gibt es für mich heute nichts besseres mehr als bei euch zu Schlemmen! 😉

Mama, es gibt niemanden den ich neben Stefan nach der Geburt meiner Kinder lieber bei mir gehabt hätte wie dich. Und wenn ich daran denke wie ihr eure Enkel das erste mal im Arm gehalten habt, kommen mir sofort wieder die Tränen.

Es gibt Dinge im Leben die brauchen Zeit. Aber irgendwann ist sie da, da bemerken wir, wie unendlich wertvoll Familie ist. Wie wertvoll und unersetzbar unsere Eltern sind.

Heute beobachte ich euch mit euren Enkel und auch wenn ich mich nicht mehr an alles erinnern kann, weiß ich: So war es bei uns auch! Vielleicht ist jetzt die Zeit gekommen in der wir unsere eigene Kindheit nochmal aus einem anderen Blickwinkel, durch unsere Kinder sehen können. Heute weiß und schätze ich was ihr für mich und uns getan habt. Ich kann nachfühlen wie ihr euch manchmal gefühlt habt, so unendlich müde und abgeschlagen und doch immer bemüht das Beste für die Kinder zu geben.

Und das tut ihr heute noch, für eine Familie die immer mehr wächst. Für eine Familie mit gemeinsamer Vergangenheit, mit einer Zeit aus Glück und Unglück, Lachen und Tränen, Vertrauen und Misstrauen, aus Nähe und Fremde.

Wenn wir uns sehen, wenn ich eure Nummer auf dem Telefondisplay sehe, dann freue ich mich unendlich. Ich freue mich wenn wir aus dem Auto steigen und ihr aus dem Küchenfenster schaut, winkt und euch freut das wir da sind. Und Immer wenn ich euch sehe, schwebt unendliches Glück im Raum. Glück darüber das es euch gibt, das wir uns sehen können und unser Leben miteinander teilen.

Ihr seid ein Teil unserer kleinen Familie. Ein Netz, dass uns umgibt, ganz egal was das Leben uns bringt. Ihr seid Teil von mir – ihr habt mir so viel mitgegeben und so vieles versuche ich jetzt meinen Kindern mitzugeben. Vom anderen, dass nicht zu uns passt, trenne ich mich, aber behalte es in guter Erinnerung. Weil ich weiß, ihr habt euer Bestes gegeben und dafür bin ich euch unendlich dankbar.

Ich arbeite täglich an mir, dass auch zu tun. Und gleichzeitig weiß ich eins sicher: Dank euch, bin ich eine Mama die ihre Kinder unendlich liebt und immer da sein wird, egal was das Leben ihnen mitgibt.

ICH LIEBE EUCH!

P1000101


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